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Termine

Seminar (Modul 1) "Betrieb von Regenüberlaufbecken"
Donnerstag, 23. April 2020 in Heilbronn

Seminar (Modul 2) "Mess- und Fernwirktechnik an Regenbecken"
Donnerstag, 01. Oktober 2020 in Villingen-Schwenningen

Seminar (Modul 3) "Spezialseminar Regen- und Mischwasserbehandlung für Betreiber und Ingenieurbüros"
Donnerstag, 07. November 2019 in Stuttgart Flyer

Seminar (Modul 4) "Konstruktive Gestaltung und Ausrüstung von Regenbecken"
2020 in Stuttgart

5. Expertenforum RÜB
Mittwoch, 19. Februar 2020 in Stuttgart

Sonder-Nachbarschaft RÜB

im Juni und Juli 2020

RÜB Übersichtsflyer mit Anmeldeformular Flyer

Schulungsangebote

Seminare

Modul 1 Seminar: Betrieb von Regenüberlaufbecken

Donnerstag, 11. April 2019 in Villingen-Schwenningen

Am 11. April 2019 fand das Seminar (Modul 1) „Betrieb von Regenüberlaufbecken“ in Villingen-Schwenningen zum 7. Mal statt. Das ausgebuchte Seminar belegt den anhaltend großen „Wissensdurst“ nach diesem Thema in Baden-Württemberg.

Unter der Moderation von Herrn Dr.-Ing. Mike Kemper (ESP Stadtentwässerung Pforzheim) begann das Programm mit dem Vortrag von Frau Annegret Heer (UM) zum Thema „Ziele und Rahmenbedingungen der Mischwasserbehandlung“ aus der Sicht des Landes Baden-Württemberg. Darin erklärte sie den am 02.07.2018 gekommenen Erlass „Messen an RÜB“ ausführlich. Im Anschluss vermittelte Herr Dr.-Ing. Kemper dem Teilnehmerkreis die fachlichen Grundlagen und sprach Empfehlungen für den Betrieb von Regenüberlaufbecken aus. Als Grundlage hierfür diente der Praxisleitfaden „Betrieb von Regenüberlaufbecken“ 2. Auflage 2018. Er betonte, dass die Umwandlung von Emissionsbetrachtung zu Immissionsbetrachtung sehr wichtig sei. Zudem schlug er vor, die Eigenkontrollverordnung (EKVO) zu aktualisieren.
Das Nachmittagsprogramm startete mit dem Vortrag von Herrn Dipl.-Ing. Wolfgang Lieb (Lieb Ingenieurberatung, Mühlacker) mit dem Thema „Messen an Regenüberlaufbecken – Beispiele aus der Praxis“. Am Ende fasste er zusammen, dass eine systematische Auswertung der Messdaten für einen erfolgreichen Gewässerschutz notwendig ist. Er stellte auch das neue Portal „RÜB Betrieb“ als Nachfolger des bisherigen DWA-Excel-Tools vor.
Das Seminar schloss mit der Vorstellung von Betriebsstrategien aus der Praxis durch Herrn Alexander Augustin (ESP Stadtentwässerung Pforzheim). Er stellte Besonderheiten des Eigenbetriebs Stadtentwässerung Pforzheim dar und betonte in seiner Schlussfolgerung als Optimierungsziel die Verminderung der Entlastung ins Gewässer. Dafür ist eine Gesamtsystembetrachtung erforderlich.
Fazit: Die Teilnehmer zeigten besonders großes Interesse an ausführlichen Informationen zum Erlass. Die Seminarinhalte stießen wieder auf positive Resonanz.

Bitte heute schon vormerken:

Regen- und Mischwasserbehandlung (Modul 3) am Donnerstag, 07. November 2019 in Stuttgart

5. Expertenforum RÜB am Mittwoch, 19. Februar 2020 in Stuttgart


Seminar (Modul 2) „Mess- und Fernwirktechnik an Regenbecken“

Mittwoch, 18. Juli 2019 in Heilbronn

Neben dem Grundlagenseminar „Betrieb von Regenüberlaufbecken“ wurden zwei weitere Seminare zur Vertiefung von Teilaspekten in das Veranstaltungsprogramm RÜB aufgenommen. Davon fand am 18.07.2019 in Heilbronn die Veranstaltung „Mess- und Fernwirktechnik an Regenbecken“ zum zweiten Mal statt. Das Seminar spiegelt das große Interesse sowie die Dringlichkeit des Themas in Baden-Württemberg wieder. Zielgruppe waren Betreiber, Ingenieurbüros, Planer, Ausrüster sowie Kommunen.

In diesem Seminar wurden ausschließlich die Themen Mess- und Fernwirktechnik auf der Grundlage des Leitfadens „Regenbecken im Mischsystem – Messen, Bewerten und Optimieren“ behandelt.

Moderiert und geleitet wurde das Seminar von Dipl.-Ing. Ulrich Haas (InfraConsult Gesellschaft für Infrastrukturplanung mbH, Stuttgart), der Ziele, Bauwerke der Regen- und Mischwasserbehandlung sowie die integrale Abflusssteuerung erläuterte.

Dipl.-Ing. (FH) Jürgen Fromm (RP Tübingen) vermittelte die Grundlagen des Wasserhaushaltsgesetzes, die Erlaubnis für die Einleitung von Abwasser ins Gewässer und die Überlegungen zur Beckenbewirtschaftung. Er stellte fest: Außenstationen sind zentral wichtig für die Gewässerökologie. Zudem ist ausreichend qualifiziertes Personal erforderlich.

Dipl.-Ing. Wolfgang Lieb (Wolfgang Lieb Ingenieurberatung, Mühlacker) präsentierte detailliert das Thema „Vertiefung im Umgang mit Messdaten“ insbesondere Messdatenerfassung, Grenzen für die RÜB-Protokollierung sowie den Betrieb von Rührwerken und Entleerung der Becken im Nebenschluss. Er erläuterte am Ende das neu entwickelte Online-Portal „RÜB-Betrieb“ ausführlich.

Dipl.-Ing. Stefan Pfeffer und Andreas Mairon (UFT Umwelt- und Fluid-Technik, Dr. H. Brombach GmbH, Bad Mergentheim) stellten verschiedene Verbindungsart an der Fernwirktechnik sowie den Vergleich der Kosten und der Verfügbarkeit vor, präsentierten die Funktionen des Prozessleitsystems und wiesen sie auf die Auswahlhilfe bei der Systemauswahl hin. Im Anschluss erlebten die Teilnehmer das Prozessleitsystem live.

Dipl.-Ing. Ulrich Haas erklärte die Verfahrens- und Steuerbeschreibung an Regenbecken von den Randbedingungen bis zu den zahlreichen praktischen Beispielen ausführlich und betonte, wie wichtig die Steuerbeschreibung für den Betrieb der Regenbecken ist.

Anschließend präsentierte Dr.-Ing. Rainer Maaß (HST TB Mitte-Süd, Aarbergen) ausführlich über die Modernisierung von Außenstationen aus globaler Sicht. Damit werden folgende Ziele verfolgt, genauere Erfassung von Einstau- und Entlastung, automatischer Betrieb mit Datenanalyse und Protokollierung, zuverlässige Technik, Vernetzung mit anderen Objekten, IT-Sicherheit und vorausschauende und dynamische Bewirtschaftung.

Der letzte Programmpunkt beinhaltete 3 Praxisbeispiele:

Dipl.-Ing. Georg Scholz (Entsorgungs-Betriebe der Stadt Ulm (EBU)) stellte die Einführung eines neuen Prozessleitsystems bei seinen Entsorgungsbetrieben aus eigener Erfahrung vor. Nach der ausführlichen Erklärung der einzelnen Schritte und der Ziele fasste er zusammen, dass die Erneuerung des Prozessleitsystems eine Vielzahl detaillierter Informationen aus dem Abwassernetz und den Anlagen bringt und bei einem anwenderorientierten Aufbau die tägliche Arbeit erheblich erleichtert.

Anschließend präsentierte Dipl.-Ing. Heike Weißer (Universitätsstadt Tübingen) die Messtechnik an Regenüberlaufbecken von der Veranlassung der Ausstattung der Messtechnik bis hinzu Betrieb und Wartung am Beispiel der Universitätsstadt Tübingen Schritt für Schritt.

Zum letzten Vortrag erklärte Dipl.-Ing. Nina Uibelhör (Entsorgungsbetrieben der Stadt Heilbronn) detailliert den Neubau eines Mess- und Drosselschachtes anlässlich Erstellung eines funktionstüchtigen Drosselbauwerks zur optimalen Beckenbewirtschaftung. Als Zukunftsvision nannte sie den Einsatz einer Abflusssteuerung.

Am Ende des Seminars wurde der am 02. Juli 2018 veröffentlichte Erlass „Messen an RÜB“ mit den Teilnehmern diskutiert. Die Teilnehmer bestätigten, dass dieses Seminar weiterhin von großer Bedeutung ist, um die Anforderungen des Erlasses erfüllen zu können.

Beim kommenden Vertiefungsseminar (Modul 3) werden speziell für Betreiber und Ingenieurbüros die weitergehende Regen- und Mischwasserbehandlung besprochen. Die Schwerpunktthemen sind dabei Retentionsbodenfilter, Schrägklärer sowie alternative Maßnahmen.

Heute schon vormerken:

- 5. Expertenforum RÜB am Mittwoch, 19. Februar 2020 in Stuttgart

- Betrieb von Regenüberlaufbecken (Modul 1) am Donnerstag, 23. April 2020 in Heilbronn

- Seminar (Modul 2) "Mess- und Fernwirktechnik an Regenbecken" am Donnerstag, 01. Oktober 2020 in Villingen-Schwenningen


Modul 3 Seminar: Spezialseminar Regen- und Mischwasserbehandlung für Betreiber und Ingenieurbüros

Dienstag, 23. Oktober 2018 in Pforzheim

2018 hat die DWA BW für den Bereich RÜB gleich 2 neue Seminare ins Leben gerufen: Modul 2 „Mess- und Fernwirktechnik an Regenbecken“ und Modul 3 „Regen- und Mischwasserbehandlung“. Dieses Seminar richtet sich speziell an Betreiber und Ingenieurbüros. Unter der Leitung von Dr.-Ing. Stephan Fuchs wurden ausschließlich die Themen Regen- und Mischwasserbehandlung behandelt.

Als Eröffnung wurden die Einführung in die Regenwasserbehandlung im Mischsystem sowie die gewässerseitigen Anforderungen vorgestellt.

Dipl.-Ing. Bernd Haller, RP Karlsruhe führte in die Regenwasserbehandlung im Mischsystem ein. Er erklärte den Wandel vom Emissionsansatz zum Immissionsansatz, Betreiberverantwortung nach dem Wasserhaushaltsgesetz (WHG) und der Eigenkontrollverordnung (EKVO), die Wichtigkeit der Messung des Entlastungsverhaltens und die hohen Einträge der Spurenstoffe aus der Mischwasserbehandlung. Sein Fazit: Die Regenwasserbehandlung im Mischsystem bleibt auch zukünftig ein aktuelles und zentrales Thema für Betreiber und Fachwelt.

Anschließend sprach Dr. rer. nat. Dipl.-Ing. Ekkehard Christoffels (IBC Ingenieure, Vettweiß) über Ableitung gewässerseitiger Anforderungen. Dabei erklärte er den Stoffeintrag, Eutrophierung und Keimbelastung bei der Mischwasserentlastung sowie rechtliche Rahmenbedingungen. Nach der Vorstellung des Niederschlagswasser-Behandlungskonzepts sowie der Maßnahmen beim Erftverband stellte er zum Schluss weitergehende Anforderungen für Lokal-und Wasserkörper vor.

Dipl.-Ing. Benedikt Lambert (BIOPLAN-Landeskulturgesellschaft, Sinsheim) berichtete über die Langzeiterfahrungen mit Retentionsbodenfiltern. Er erklärte detailliert die Verfahrensziele, Sedimentbildung/-verteilung, Ursachen für hohen Verbrauch an festem Carbonat usw. Als Schlussfolgerung betonte er, dass Eigen- und Fremdüberwachung von RBF zukünftig obligat vorgenommen werden sollten, um RBF effizient und kostengünstig für die Mischwasserbehandlung einsetzen zu können.

Im Anschluss ging es um das kommende Regelwerk DWA-A 178. Hier erklärte Dr.-Ing. Stephan Fuchs von den Definitionen und der Besonderheit des RBF hin zu Prüfung der Umsetzbarkeit, Ziele der Bemessung, Neuigkeiten des neuen Regelwerks sowie Kriterien für Nachweis. Zusammenfassend betonte er: die Prüfung der Umsetzbarkeit ist Bestandteil der Neufassung, der RBF wird rechnerisch zukünftig höher belastet, und die Betriebsuntersuchungen haben höhere Verbindlichkeit. Das DWA-A 178 ist voraussichtlich ab Anfang 2019 verfügbar.

Zum Schluss berichtete Heiko Kiebler (Abwasserverband Unteres Schussental, Kläranlage Eriskirch) über seine praktischen Erfahrungen mit dem Mischwasserfilter Tobel. Nach der Erklärung der Erneuerung des Durchlasses Tobelbach und den Maßnahmen bei den RÜBs Tobelbach erklärte er detailliert den Aufbau des RBF, die Inbetriebnahme, die spätere Probenahme sowie die Betriebs- und Wartungsarbeiten. Schlussfolgerung: Der RBF Tettnang funktioniert gut, die betrieblichen Untersuchungen sollten weiterhin vorgenommen werden, um eine hohe Filterleistung und einen geringen Betriebsaufwand zu ermöglichen.

Dr.-Ing. Neithard Müller (Weber-Ingenieure GmbH, Pforzheim) stellte konkrete Möglichkeiten für die Verbesserung der Klärbedingungen am Beckenzulauf, am Beckenüberlauf, am Klärüberlauf und Ertüchtigung bestehender Regenklärbecken im Trennsystem und Regenüberlaufbecken im Mischsystem detailliert vor. Am Ende fasste er zusammen, dass es grundsätzlich sehr viele klärtechnische Möglichkeiten zur Ertüchtigung von Regenbecken gibt, aber jedes Projekt unterschiedlich und jeweils ein sehr individueller Einzelfall ist. Die Auswahl muss immer projektspezifisch unter Berücksichtigung aller technischen und wirtschaftlichen Randbedingungen erfolgen. Bautechnische, maschinentechnische und elektrotechnische Kompetenzen sowie breite Marktkenntnis sind erforderlich.

Anschließend präsentierte Dr.-Ing. Dipl.-Geoökol. Mike Kemper (KIT, Karlsruhe) die Grundlagen der hydraulischen Optimierung mittels Schrägklärer. Er erklärte detailliert die Bemessung von Schrägklärern, Einlauf- und Verteilungsbauwerk bis hin zu Klarwasserabzüge. Er fasste zusammen, dass das Potential zur hydraulischen Optimierung im Bestand hoch ist, und die Schrägklärer eingesetzt werden können, um fehlendes Volumen zu kompensieren und um die Klärtechnische Leistung der Anlage zu erhöhen.

Zum Schluss berichtete Dr. Wolfgang Kühn (LINEG, Kamp-Lintfort) über Betriebserfahrung mit Schrägklärer. Nach der Einführung in die Besonderheit im Gebiet der linksniederrheinischen Entwässerungsgenossenschaft (LINEG-Gebiet) mit dem Steinsalz- und Steinkohleabbau stellte er die Vorzugsplanung mit dem Schrägklärer in allen Details vor. Als Zusammenfassung zeigte er die Konzentrations- sowie die Frachtminderung vom Zulauf gegenüber Ablauf, wie gut der Schrägklärer funktioniert. Am Ende präsentierte er auch kurz die Geruchsproblematik mit Betriebserfahrung.

Dr.-Ing. Lothar Fuchs (itwh GmbH, Hannover) referierte über Abflusssteuerung. Zuerst erklärte er die Komponenten von Abflusssteuerungssystem (Hardware, Software und Management) und die Steuerungsstrategien von statischem System, lokaler Steuerung, Verbundsteuerung hin zu Vorhersage und integrierter Steuerung. Anschließend präsentierte er mit zahlreichen praktischen Beispielen die automatisierte, numerische Online-Datenprüfung, Fernwirksystem, Schmutzfrachtberechnung sowie die PASST Datenbank.

Als letzter Vortrag präsentierte Prof. Dr.-Ing. Peter Baumann (Hochschule für Technik, Stuttgart) die Mitbehandlung von Mischwasser auf Kläranlagen. Unter dem Ziel „Reduzierung der Gesamtemissionen ins Gewässer“ stellte er folgende vier technischen Maßnahmen vor: konstruktive Verbesserung der Nachklärung, Bypasslösung, Speicherung von Mischwasser und dynamische Zuflussbewirtschaftung. Er fasste zusammen, dass möglichst viel Abwasser / Mischwasser über die Kläranlage zu führen ist, dass das Neubauvolumen von Regenbecken zu minimieren ist, und dass niedrige Konzentrationswerte bezüglich NH4-N und ggf. PO4-P und/oder Pges in der qualifizierten Stichprobe einzuhalten ist. Am Ende betonte er, dass die oft strikte Trennung zwischen Kanalnetzplanung und Kläranlagenplanung als auch dem jeweiligen Betrieb auszugeben ist, und eine ausführliche Kommunikation und Abstimmung mindestens zu ermöglichen ist.

Die sowohl aktuellsten als auch zukünftigen Themen sind bei den Teilnehmern sehr gut angekommen. Über die Planung und den Betrieb von RBF sowie Schrägklärer fanden lebhafte Diskussionen statt. Die Abweichungen zwischen Theorie und Praxis wurden auch als Diskussionsthema behandelt. Die zukünftigen Aufgaben spiegeln den Bedarf der Fortsetzung des Seminars für nächstes Jahr wider.

Heute schon vormerken:

5. Expertenforum RÜB am Mittwoch, 19. Februar 2020 in Stuttgart

Schulungsangebote

Seminare

Modul 1 Seminar: Betrieb von Regenüberlaufbecken

Donnerstag, 11. April 2019 in Villingen-Schwenningen

Am 11. April 2019 fand das Seminar (Modul 1) „Betrieb von Regenüberlaufbecken“ in Villingen-Schwenningen zum 7. Mal statt. Das ausgebuchte Seminar belegt den anhaltend großen „Wissensdurst“ nach diesem Thema in Baden-Württemberg.

Unter der Moderation von Herrn Dr.-Ing. Mike Kemper (ESP Stadtentwässerung Pforzheim) begann das Programm mit dem Vortrag von Frau Annegret Heer (UM) zum Thema „Ziele und Rahmenbedingungen der Mischwasserbehandlung“ aus der Sicht des Landes Baden-Württemberg. Darin erklärte sie den am 02.07.2018 gekommenen Erlass „Messen an RÜB“ ausführlich. Im Anschluss vermittelte Herr Dr.-Ing. Kemper dem Teilnehmerkreis die fachlichen Grundlagen und sprach Empfehlungen für den Betrieb von Regenüberlaufbecken aus. Als Grundlage hierfür diente der Praxisleitfaden „Betrieb von Regenüberlaufbecken“ 2. Auflage 2018. Er betonte, dass die Umwandlung von Emissionsbetrachtung zu Immissionsbetrachtung sehr wichtig sei. Zudem schlug er vor, die Eigenkontrollverordnung (EKVO) zu aktualisieren.
Das Nachmittagsprogramm startete mit dem Vortrag von Herrn Dipl.-Ing. Wolfgang Lieb (Lieb Ingenieurberatung, Mühlacker) mit dem Thema „Messen an Regenüberlaufbecken – Beispiele aus der Praxis“. Am Ende fasste er zusammen, dass eine systematische Auswertung der Messdaten für einen erfolgreichen Gewässerschutz notwendig ist. Er stellte auch das neue Portal „RÜB Betrieb“ als Nachfolger des bisherigen DWA-Excel-Tools vor.
Das Seminar schloss mit der Vorstellung von Betriebsstrategien aus der Praxis durch Herrn Alexander Augustin (ESP Stadtentwässerung Pforzheim). Er stellte Besonderheiten des Eigenbetriebs Stadtentwässerung Pforzheim dar und betonte in seiner Schlussfolgerung als Optimierungsziel die Verminderung der Entlastung ins Gewässer. Dafür ist eine Gesamtsystembetrachtung erforderlich.
Fazit: Die Teilnehmer zeigten besonders großes Interesse an ausführlichen Informationen zum Erlass. Die Seminarinhalte stießen wieder auf positive Resonanz.

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Regen- und Mischwasserbehandlung (Modul 3) am Donnerstag, 07. November 2019 in Stuttgart

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Seminar (Modul 2) „Mess- und Fernwirktechnik an Regenbecken“

Mittwoch, 18. Juli 2019 in Heilbronn

Neben dem Grundlagenseminar „Betrieb von Regenüberlaufbecken“ wurden zwei weitere Seminare zur Vertiefung von Teilaspekten in das Veranstaltungsprogramm RÜB aufgenommen. Davon fand am 18.07.2019 in Heilbronn die Veranstaltung „Mess- und Fernwirktechnik an Regenbecken“ zum zweiten Mal statt. Das Seminar spiegelt das große Interesse sowie die Dringlichkeit des Themas in Baden-Württemberg wieder. Zielgruppe waren Betreiber, Ingenieurbüros, Planer, Ausrüster sowie Kommunen.

In diesem Seminar wurden ausschließlich die Themen Mess- und Fernwirktechnik auf der Grundlage des Leitfadens „Regenbecken im Mischsystem – Messen, Bewerten und Optimieren“ behandelt.

Moderiert und geleitet wurde das Seminar von Dipl.-Ing. Ulrich Haas (InfraConsult Gesellschaft für Infrastrukturplanung mbH, Stuttgart), der Ziele, Bauwerke der Regen- und Mischwasserbehandlung sowie die integrale Abflusssteuerung erläuterte.

Dipl.-Ing. (FH) Jürgen Fromm (RP Tübingen) vermittelte die Grundlagen des Wasserhaushaltsgesetzes, die Erlaubnis für die Einleitung von Abwasser ins Gewässer und die Überlegungen zur Beckenbewirtschaftung. Er stellte fest: Außenstationen sind zentral wichtig für die Gewässerökologie. Zudem ist ausreichend qualifiziertes Personal erforderlich.

Dipl.-Ing. Wolfgang Lieb (Wolfgang Lieb Ingenieurberatung, Mühlacker) präsentierte detailliert das Thema „Vertiefung im Umgang mit Messdaten“ insbesondere Messdatenerfassung, Grenzen für die RÜB-Protokollierung sowie den Betrieb von Rührwerken und Entleerung der Becken im Nebenschluss. Er erläuterte am Ende das neu entwickelte Online-Portal „RÜB-Betrieb“ ausführlich.

Dipl.-Ing. Stefan Pfeffer und Andreas Mairon (UFT Umwelt- und Fluid-Technik, Dr. H. Brombach GmbH, Bad Mergentheim) stellten verschiedene Verbindungsart an der Fernwirktechnik sowie den Vergleich der Kosten und der Verfügbarkeit vor, präsentierten die Funktionen des Prozessleitsystems und wiesen sie auf die Auswahlhilfe bei der Systemauswahl hin. Im Anschluss erlebten die Teilnehmer das Prozessleitsystem live.

Dipl.-Ing. Ulrich Haas erklärte die Verfahrens- und Steuerbeschreibung an Regenbecken von den Randbedingungen bis zu den zahlreichen praktischen Beispielen ausführlich und betonte, wie wichtig die Steuerbeschreibung für den Betrieb der Regenbecken ist.

Anschließend präsentierte Dr.-Ing. Rainer Maaß (HST TB Mitte-Süd, Aarbergen) ausführlich über die Modernisierung von Außenstationen aus globaler Sicht. Damit werden folgende Ziele verfolgt, genauere Erfassung von Einstau- und Entlastung, automatischer Betrieb mit Datenanalyse und Protokollierung, zuverlässige Technik, Vernetzung mit anderen Objekten, IT-Sicherheit und vorausschauende und dynamische Bewirtschaftung.

Der letzte Programmpunkt beinhaltete 3 Praxisbeispiele:

Dipl.-Ing. Georg Scholz (Entsorgungs-Betriebe der Stadt Ulm (EBU)) stellte die Einführung eines neuen Prozessleitsystems bei seinen Entsorgungsbetrieben aus eigener Erfahrung vor. Nach der ausführlichen Erklärung der einzelnen Schritte und der Ziele fasste er zusammen, dass die Erneuerung des Prozessleitsystems eine Vielzahl detaillierter Informationen aus dem Abwassernetz und den Anlagen bringt und bei einem anwenderorientierten Aufbau die tägliche Arbeit erheblich erleichtert.

Anschließend präsentierte Dipl.-Ing. Heike Weißer (Universitätsstadt Tübingen) die Messtechnik an Regenüberlaufbecken von der Veranlassung der Ausstattung der Messtechnik bis hinzu Betrieb und Wartung am Beispiel der Universitätsstadt Tübingen Schritt für Schritt.

Zum letzten Vortrag erklärte Dipl.-Ing. Nina Uibelhör (Entsorgungsbetrieben der Stadt Heilbronn) detailliert den Neubau eines Mess- und Drosselschachtes anlässlich Erstellung eines funktionstüchtigen Drosselbauwerks zur optimalen Beckenbewirtschaftung. Als Zukunftsvision nannte sie den Einsatz einer Abflusssteuerung.

Am Ende des Seminars wurde der am 02. Juli 2018 veröffentlichte Erlass „Messen an RÜB“ mit den Teilnehmern diskutiert. Die Teilnehmer bestätigten, dass dieses Seminar weiterhin von großer Bedeutung ist, um die Anforderungen des Erlasses erfüllen zu können.

Beim kommenden Vertiefungsseminar (Modul 3) werden speziell für Betreiber und Ingenieurbüros die weitergehende Regen- und Mischwasserbehandlung besprochen. Die Schwerpunktthemen sind dabei Retentionsbodenfilter, Schrägklärer sowie alternative Maßnahmen.

Heute schon vormerken:

- 5. Expertenforum RÜB am Mittwoch, 19. Februar 2020 in Stuttgart

- Betrieb von Regenüberlaufbecken (Modul 1) am Donnerstag, 23. April 2020 in Heilbronn

- Seminar (Modul 2) "Mess- und Fernwirktechnik an Regenbecken" am Donnerstag, 01. Oktober 2020 in Villingen-Schwenningen


Modul 3 Seminar: Spezialseminar Regen- und Mischwasserbehandlung für Betreiber und Ingenieurbüros

Dienstag, 23. Oktober 2018 in Pforzheim

2018 hat die DWA BW für den Bereich RÜB gleich 2 neue Seminare ins Leben gerufen: Modul 2 „Mess- und Fernwirktechnik an Regenbecken“ und Modul 3 „Regen- und Mischwasserbehandlung“. Dieses Seminar richtet sich speziell an Betreiber und Ingenieurbüros. Unter der Leitung von Dr.-Ing. Stephan Fuchs wurden ausschließlich die Themen Regen- und Mischwasserbehandlung behandelt.

Als Eröffnung wurden die Einführung in die Regenwasserbehandlung im Mischsystem sowie die gewässerseitigen Anforderungen vorgestellt.

Dipl.-Ing. Bernd Haller, RP Karlsruhe führte in die Regenwasserbehandlung im Mischsystem ein. Er erklärte den Wandel vom Emissionsansatz zum Immissionsansatz, Betreiberverantwortung nach dem Wasserhaushaltsgesetz (WHG) und der Eigenkontrollverordnung (EKVO), die Wichtigkeit der Messung des Entlastungsverhaltens und die hohen Einträge der Spurenstoffe aus der Mischwasserbehandlung. Sein Fazit: Die Regenwasserbehandlung im Mischsystem bleibt auch zukünftig ein aktuelles und zentrales Thema für Betreiber und Fachwelt.

Anschließend sprach Dr. rer. nat. Dipl.-Ing. Ekkehard Christoffels (IBC Ingenieure, Vettweiß) über Ableitung gewässerseitiger Anforderungen. Dabei erklärte er den Stoffeintrag, Eutrophierung und Keimbelastung bei der Mischwasserentlastung sowie rechtliche Rahmenbedingungen. Nach der Vorstellung des Niederschlagswasser-Behandlungskonzepts sowie der Maßnahmen beim Erftverband stellte er zum Schluss weitergehende Anforderungen für Lokal-und Wasserkörper vor.

Dipl.-Ing. Benedikt Lambert (BIOPLAN-Landeskulturgesellschaft, Sinsheim) berichtete über die Langzeiterfahrungen mit Retentionsbodenfiltern. Er erklärte detailliert die Verfahrensziele, Sedimentbildung/-verteilung, Ursachen für hohen Verbrauch an festem Carbonat usw. Als Schlussfolgerung betonte er, dass Eigen- und Fremdüberwachung von RBF zukünftig obligat vorgenommen werden sollten, um RBF effizient und kostengünstig für die Mischwasserbehandlung einsetzen zu können.

Im Anschluss ging es um das kommende Regelwerk DWA-A 178. Hier erklärte Dr.-Ing. Stephan Fuchs von den Definitionen und der Besonderheit des RBF hin zu Prüfung der Umsetzbarkeit, Ziele der Bemessung, Neuigkeiten des neuen Regelwerks sowie Kriterien für Nachweis. Zusammenfassend betonte er: die Prüfung der Umsetzbarkeit ist Bestandteil der Neufassung, der RBF wird rechnerisch zukünftig höher belastet, und die Betriebsuntersuchungen haben höhere Verbindlichkeit. Das DWA-A 178 ist voraussichtlich ab Anfang 2019 verfügbar.

Zum Schluss berichtete Heiko Kiebler (Abwasserverband Unteres Schussental, Kläranlage Eriskirch) über seine praktischen Erfahrungen mit dem Mischwasserfilter Tobel. Nach der Erklärung der Erneuerung des Durchlasses Tobelbach und den Maßnahmen bei den RÜBs Tobelbach erklärte er detailliert den Aufbau des RBF, die Inbetriebnahme, die spätere Probenahme sowie die Betriebs- und Wartungsarbeiten. Schlussfolgerung: Der RBF Tettnang funktioniert gut, die betrieblichen Untersuchungen sollten weiterhin vorgenommen werden, um eine hohe Filterleistung und einen geringen Betriebsaufwand zu ermöglichen.

Dr.-Ing. Neithard Müller (Weber-Ingenieure GmbH, Pforzheim) stellte konkrete Möglichkeiten für die Verbesserung der Klärbedingungen am Beckenzulauf, am Beckenüberlauf, am Klärüberlauf und Ertüchtigung bestehender Regenklärbecken im Trennsystem und Regenüberlaufbecken im Mischsystem detailliert vor. Am Ende fasste er zusammen, dass es grundsätzlich sehr viele klärtechnische Möglichkeiten zur Ertüchtigung von Regenbecken gibt, aber jedes Projekt unterschiedlich und jeweils ein sehr individueller Einzelfall ist. Die Auswahl muss immer projektspezifisch unter Berücksichtigung aller technischen und wirtschaftlichen Randbedingungen erfolgen. Bautechnische, maschinentechnische und elektrotechnische Kompetenzen sowie breite Marktkenntnis sind erforderlich.

Anschließend präsentierte Dr.-Ing. Dipl.-Geoökol. Mike Kemper (KIT, Karlsruhe) die Grundlagen der hydraulischen Optimierung mittels Schrägklärer. Er erklärte detailliert die Bemessung von Schrägklärern, Einlauf- und Verteilungsbauwerk bis hin zu Klarwasserabzüge. Er fasste zusammen, dass das Potential zur hydraulischen Optimierung im Bestand hoch ist, und die Schrägklärer eingesetzt werden können, um fehlendes Volumen zu kompensieren und um die Klärtechnische Leistung der Anlage zu erhöhen.

Zum Schluss berichtete Dr. Wolfgang Kühn (LINEG, Kamp-Lintfort) über Betriebserfahrung mit Schrägklärer. Nach der Einführung in die Besonderheit im Gebiet der linksniederrheinischen Entwässerungsgenossenschaft (LINEG-Gebiet) mit dem Steinsalz- und Steinkohleabbau stellte er die Vorzugsplanung mit dem Schrägklärer in allen Details vor. Als Zusammenfassung zeigte er die Konzentrations- sowie die Frachtminderung vom Zulauf gegenüber Ablauf, wie gut der Schrägklärer funktioniert. Am Ende präsentierte er auch kurz die Geruchsproblematik mit Betriebserfahrung.

Dr.-Ing. Lothar Fuchs (itwh GmbH, Hannover) referierte über Abflusssteuerung. Zuerst erklärte er die Komponenten von Abflusssteuerungssystem (Hardware, Software und Management) und die Steuerungsstrategien von statischem System, lokaler Steuerung, Verbundsteuerung hin zu Vorhersage und integrierter Steuerung. Anschließend präsentierte er mit zahlreichen praktischen Beispielen die automatisierte, numerische Online-Datenprüfung, Fernwirksystem, Schmutzfrachtberechnung sowie die PASST Datenbank.

Als letzter Vortrag präsentierte Prof. Dr.-Ing. Peter Baumann (Hochschule für Technik, Stuttgart) die Mitbehandlung von Mischwasser auf Kläranlagen. Unter dem Ziel „Reduzierung der Gesamtemissionen ins Gewässer“ stellte er folgende vier technischen Maßnahmen vor: konstruktive Verbesserung der Nachklärung, Bypasslösung, Speicherung von Mischwasser und dynamische Zuflussbewirtschaftung. Er fasste zusammen, dass möglichst viel Abwasser / Mischwasser über die Kläranlage zu führen ist, dass das Neubauvolumen von Regenbecken zu minimieren ist, und dass niedrige Konzentrationswerte bezüglich NH4-N und ggf. PO4-P und/oder Pges in der qualifizierten Stichprobe einzuhalten ist. Am Ende betonte er, dass die oft strikte Trennung zwischen Kanalnetzplanung und Kläranlagenplanung als auch dem jeweiligen Betrieb auszugeben ist, und eine ausführliche Kommunikation und Abstimmung mindestens zu ermöglichen ist.

Die sowohl aktuellsten als auch zukünftigen Themen sind bei den Teilnehmern sehr gut angekommen. Über die Planung und den Betrieb von RBF sowie Schrägklärer fanden lebhafte Diskussionen statt. Die Abweichungen zwischen Theorie und Praxis wurden auch als Diskussionsthema behandelt. Die zukünftigen Aufgaben spiegeln den Bedarf der Fortsetzung des Seminars für nächstes Jahr wider.

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